Foto: Palazzo Corsini · Lizenz: Creative Commons
Italien muss nicht jung wirken, um relevant zu bleiben. Zwischen dem 26. September und dem 4. Oktober fand in Florenz die 34. Ausgabe der BIAF statt, der internationalen Antikenbiennale. Der Name klingt nach Vitrinen — die diesjährige Ausgabe ging weiter. Minotti, seit Jahrzehnten Massstab für zeitgenössischen italienischen Luxus, war offizieller Sponsor und zeigte Möbel im Palazzo Corsini, in einer Inszenierung von Matteo Corvino.
Der Kern liegt nicht im Sponsoring allein. Es geht um die Gegenüberstellung: antike Möbel, alte Meister, Objekte mit Geschichte neben zeitgenössischen Sofas und Beistelltischen von Minotti. Das ist kein neuer Trend — in diesem Rahmen wirkte er besonders klar, weil der Raum sonst vom Blick in die Vergangenheit lebt. Corvino baute eine Erzählung, in der Alt und Neu nicht um Aufmerksamkeit kämpfen, sondern dieselbe Bühne teilen.
Für den Premium-Möbelmarkt ist das eine Lektion über eine Saison hinaus. Wer mit grösserem Budget kauft, sucht nicht «Modernität» ohne Kontext. Er sucht ein Stück, das neben dem, was schon im Haus steht, gut altern kann. Florenz hat gezeigt, dass italienisches Design das oft instinktiv versteht: Man muss nicht zwischen Geschichte und Gegenwart wählen, wenn man beide in einen Raum stellen kann.
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