Köln im Oktober: zwei Messen, ein Signal

ORGATEC Köln — Messehalle und Arbeitswelten

Foto: Koelnmesse / ORGATEC

In Deutschland steht Design seit Jahren mit einem Bein in Mailand und mit dem anderen in Köln. In diesem Jahr stand das zweite Bein fester. In den letzten Oktobertagen empfing die Stadt parallel zwei Formate, die auf den ersten Blick Verschiedenes erzählen — und sich in der Praxis immer öfter überlagern: ORGATEC, die Messe für Arbeitswelten, und idd cologne, das «urban-only»-Format für Premium Interior Design, das nach dem Debüt 2025 in die zweite Ausgabe ging.

ORGATEC zog rund 500 Aussteller aus vierzig Ländern an. Das Motto «From rooms to relationships» klingt nach HR-Präsentation, darunter steckt aber etwas Reales: Die Grenze zwischen Büro und Wohnung ist keine Wand mehr. Contract-Möbel wandern in Wohnungen, häusliche Arbeitszimmer wirken wie sorgfältig geplante Konferenzlogen. Unter den Ausstellern tauchten Marken auf, die man vor wenigen Jahren noch ausschliesslich mit Büroflächen verbunden hätte: Pedrali, Thonet, Muuto, COR.

idd cologne ging einen anderen Weg. Statt Messehalle die Stadt. Statt Ständen Showrooms und Räume im Zentrum Kölns. Das Format setzt darauf, dass Premium-Kunden Produkte nicht nur unter Kunstlicht der Halle sehen wollen — sondern im Kontext, in dem sie sie sich vorstellen können. Für eine Möbelmarke mit Exklusivität auf dem Schweizer Markt ist das ein interessantes Signal: Deutschland beginnt, Design über Stadterlebnis zu verkaufen, nicht nur über Quadratmeter Halle.

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