Zürich ist mehr als Banken. Im September gehörte die Stadt dem Design

Zurich Design Weeks — Programm und Räume

Foto: Zurich Design Weeks · Quelle: 2026.designweeks.ch/de/programm/was

Die Schweiz kann leise arbeiten und danach ein Ergebnis zeigen, das den Rest Europas aufhorchen lässt. So war es in der zweiten Septemberhälfte, als Zürich zehn Tage lang zur Designbühne wurde — Zurich Design Weeks. Das Leitmotiv hiess «Out Of…»: Dinge aus ihrem selbstverständlichen Kontext nehmen und neu betrachten. Klingt nach Konferenzslogan, wurde aber erstaunlich konkret: Frühere Duschräume einer SBB-Halle dienten als Ausstellungsräume, Objekte traten in Dialog mit Rohren und Gebrauchsspuren an den Wänden.

Parallel dazu lief in der Halle 550 in Oerlikon die zwölfte Ausgabe von neue räume. Über 90 Aussteller aus zehn Ländern, siebentausend Quadratmeter, ein Querschnitt von Klassikern bis zu jungen Labels. Bei den Letzteren bleiben drei Namen hängen: ELOA Unique Lights mit Berlin im Hintergrund und handgeformtem Glas, Georg Gisel mit Möbeln, die sich ohne Schlüsselwerkzeug aufbauen lassen, und Isabel Bürgin aus Basel, die die Stoffe für ihre Teppiche selbst webt. Dazu die eigene Ausstellung «100 Jahre Swiss Design» — ein Jahrhundert Schweizer Möbeldenken an einem Ort.

Für Kundinnen und Kunden in der Schweiz ist das ein Signal: Die lokale Szene lebt nicht nur vom Import aus Italien oder Skandinavien. Sie hat eigenen Takt, eigene Handwerkerinnen und Handwerker — und zunehmend den Mut, Tradition mit Form zu verbinden, ohne «modern» um jeden Preis zu spielen.

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